Elternseminar 08
Gut 35 Eltern und Erziehungsberechtigte trafen sich am Samstagvormittag in der Wanne, um sich in einem dreistündigen Seminar der Schulleitung über einen wichtigen Teil des neuen Bildungsplanes zu informieren – die vier Kompetenzbegriffe. Die Veranstaltung gestaltete sich zu einem unterhaltsamen und lehrreichen Ausflug in die Schulwelt von heute, in der nicht mehr alleine das Erlernen von Fachwissen, also Fachkompetenz, im Vordergrund steht. Die Entwicklung unserer Kinder zu selbstständigen Persönlichkeiten (personale Kompetenz), die Bereitschaft sich in ein Team einzuordnen (soziale Kompetenz) und die Vorbereitung auf eigenständiges, lebenslanges Lernen (Methodenkompetenz) sind weitere Hauptziele der pädagogischen Arbeit an der EKRS.
„Muss ich denn hier arbeiten?“ raunte erschreckt einer der Seminarteilnehmer seinem Nachbarn zu nachdem Frau Friedmann und Herr Gaß begonnen hatten, die erste Übungsaufgabe zu erläutern. Tatsächlich fanden sich die Eltern und Erziehungsberechtigten in der Schülerrolle wieder. In der anschließenden Gruppenarbeit wurde schnell klar, dass Lernen Spaß machen kann und die Sorge, der Vormittag könnte zu anstrengend werden, unbegründet war.
In der ersten Übung ging es darum, in einem Fragebogen 25 Beispiele für erlernte Fähigkeiten einer der vier Kompetenzen des Bildungsplanes zuzuordnen. Die Ergebnisse waren in einem zweiten Schritt mit dem Tischnachbarn abzugleichen, sodann mit denn anderen Gruppenmitgliedern zu besprechen und schließlich von einem Sprecher allen Anwesenden vorzutragen. So wurden die Seminarteilnehmer in kurzer Zeit mit den vier Kompetenzbegriffen des Bildungsplanes vertraut gemacht – personale Kompetenz, soziale Kompetenz, Methodenkompetenz und Fachkompetenz. Und auf geradezu spielerische Weise hatten sie eine interessante Methode der Gruppenarbeit kennen gelernt.
Wie Herr Gaß und Frau Friedmann erläuterten, ist die Neuausrichtung des Bildungsplanes die pädagogische Antwort auf Anforderungen, die unsere heutige Gesellschaft und Arbeitswelt an die junge Generation stellt. Mögen die vier Kompetenzbegriffe auch abstrakt klingen, so haben sie doch ganz lebensnahe Hintergründe. Zum Aufbau personaler Kompetenz gehört es beispielsweise, die Kinder ihre eigenen Stärken erfahren zu lassen und damit die Entwicklung eines gesunden Selbstbewußtseins zu ermöglichen. Soziale Kompetenz steht für Teamfähigkeit, die heutzutage allerorten in der Arbeitswelt erwartet wird. Hinter dem theoretisch klingenden Begriff Methodenkompetenz verbirgt sich die Fähigkeit, sich auch in späteren Jahren neues Fachwissen selbst aneignen zu können. Fachkompetenz steht schließlich für das eigentliche Faktenwissen der verschiedenen Schulfächer.
Im zweiten Teil des Seminars wurde den Teilnehmern verdeutlicht, dass mit der Neuausrichtung des Bildungsplanes geradezu zwangsläufig neue Unterrichtsmethoden verbunden sind. Diese lösen den gewohnten Frontalunterricht nicht ab, sondern stellen eine Ergänzung zu ihm dar, etwa in Form von Projektarbeiten.
Auch diesen Teil des Seminars durften die Teilnehmer aktiv mitgestalten. Anhand ausgeteilter Unterlagen erarbeiteten sie sich die wesentlichen Informationen über jene Projekte, die an der EKRS Unterrichtsstandard sind, und denen alle Kinder im Laufe von 6 Jahren einmal begegnen.
• Im Themenorientierten Projekt Technisches Arbeiten (TA) lernen die Schülerinnen und Schüler, aus verschiedenen Werkstoffen eigene Gegenstände herzustellen und gewinnen Erfahrung im Umgang mit Werkzeugen und Maschinen.
• Im Projekt Soziales Engagement (SE) leisten die Kinder einen selbst gewählten Beitrag für die Schulgemeinschaft oder sie verrichten eine soziale Arbeit bei einem außerschulischen Partner.
• Erfahrungen mit Aufgaben, die später die Arbeitswelt mit sich bringt, vermittelt das Projekt Wirtschaft, Verwalten, Recht (WVR).
• Berufsorientierung in der Realschule (BORS) bereitet schließlich die Schülerinnen und Schüler auf die spätere Berufswahl und die Suche nach einem Arbeitsplatz vor.
Mit einer angeregten Fragerunde ging das Seminar dann zu Ende. Bleibt zu hoffen, dass die Elternseminare in kommenden Jahren fortgeführt und zahlreich besucht werden. Allen Eltern, die einen eigenen Eindruck von der Schulpraxis an der EKRS gewinnen möchten, kann der Besuch nur wärmstens empfohlen werden.
Wolfram Grönitz, 8 A
